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Ziegeltechnologie seit 1892

Wechselwirkung zwischen Bauwerk und Mensch –

der Ton macht die Musik

Der Begriff Baubiologie war vor 20 Jahren ziemlich unbekannt und wurde anfangs auch nicht Ernst genommen. Er gewann aber in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung und ist aus dem modernen Baugeschehen nicht mehr wegzudenken. Ein ansehnlicher Teil der Bevölkerung ist am biologischen Bauen besonders interessiert.


Was ist “Baubiologie”?

Im Allgemeinen ist sie die Lehre von der Wechselwirkung zwischen einem Bauwerk und dem Menschen, vor allem in gesundheitlicher Hinsicht, wobei sowohl physische als auch psychische Aspekte zu beachten sind. Körperlich wirken sich z.B. toxische Substanzen aus, die leider in den letzten Jahren zunehmend in neueren, synthetisch hergestellten Produkten vorkommen, während in gefühlsmäßiger Hinsicht z.B. Licht und Farben wirksam werden.

Auch Dinge, die man nicht unmittelbar wahrnimmt, wirken auf den Menschen ein. Hier ist der Ansatzpunkt für verschiedene Angriffe, die gegen Baubiologen vorgebracht werden, zu finden. Z.B. wird das Orten unterirdischer Verwerfungen oder Wasseradern mittels Wünschelrute vielfach als suspekt angesehen, weil die Fähigkeit hierzu noch nicht zweifelsfrei durch wissenschaftliche Untersuchungsmethoden nachvollzogen werden kann.

Trotzdem kann man nicht behaupten, dass es Dinge, die auf uns einwirken, nicht gibt, nur weil man sie weder sieht, hört, riecht oder fühlt; z.B. war Radioaktivität schon immer vorhanden, obwohl sie wissenschaftlich erst im vergangenen Jahrhundert entdeckt wurde. Erst jetzt, wo man nicht nur die Intensität der Strahlenbelastung genau messen, sondern auch eine Aufschlüsselung nach Art der Strahlen vornehmen kann, erkennt man, wie wichtig eine wissenschaftliche Behandlung dieses Themas ist. Man kann deshalb annehmen, dass der Baubiologie schon bald die Bedeutung zukommt, die jedem anderen Wissenschaftszweig beigemessen wird. Eine wesentliche Voraussetzung für ein gesundes Wohnen ist, ob natürliche oder künstliche Baustoffe verwendet werden. Kunststoffe können Gase abgeben, die auch in geringer Konzentration gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. So kommen z.B. Formaldehyd, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Fungizide, Phenol, Styrol und lungengängige Fasern in Spanplatten, Schäumen, Farben, Klebern, Imprägnierungsmitteln, Beschichtungen und Dämmstoffen vor. Man denke nur an Lacke und Holzschutzmittel, denen solche Schadstoffe beigesetzt sind, die zwar Holzschädlinge vom Bauwerk abhalten, aber auf Dauer die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen. Viele Allergien sind nach Meinung von Ärzten auf bestimmte Zusätze in Baustoffen zurückzuführen. Diesbezüglich gibt es bei Ziegeln erwiesenermaßen keine Probleme.


Bauphysik

Ungenügender Schallschutz führt besonders in dicht verbauten Gebieten, bei stärkerem Verkehrslärm und in großen Wohnblocks zu unerträglichen Belastungen in psychischer Hinsicht. Unzureichender Feuchtigkeitsschutz verursacht Bauschäden, während mangelnder Brandschutz ein ständiges Risiko darstellt.


Bauhygiene und Raumlüftung

Die Luftfeuchtigkeit soll aus hygienischer Sicht zwischen 40 % und 70 % liegen. Zu trockene oder zu feuchte Luft kann nachteilige Folgen für die Gesundheit haben. Es ist deshalb auf ausreichende Lüftung zu achten! Die Raumluft sollte mindestens alle zwei Stunden erneuert werden. Übertriebene Dichtungsmaßnahmen bei Fenstern zur Verminderung des Wärmeverlustes sind daher dann nicht sinnvoll, wenn nicht gleichzeitig gezielte Lüftungsmaßnahmen gesetzt werden. Ganz allgemein kann gesagt werden, dass jede Heizung, bei der die Wärme vorwiegend durch Strahlung an die Umgebung abgegeben wird, behaglich ist. Hingegen bewirkt eine Konvektionsheizung (Radiatoren), bei der vorwiegend die Luft aufgeheizt wird, stärkere Zirkulation und Staubmitführung.


Konsequenzen in baubiologischer Hinsicht

Die baubiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre kann nur der als Scharlatanerie ablehnen, der sich mit der “Lehre” der Baubiologie bisher noch nicht ausreichend auseinandergesetzt hat oder aus Geschäftsinteresse davon nichts wissen will, weil er ein Produkt entwickelt, erzeugt oder vertreibt, das in gesundheitlicher Hinsicht bedenklich ist. Wer Produkte beim Wohnbau verwendet, die eine gesundheitsschädliche Beeinträchtigung der Bewohner nach sich ziehen, handelt grob fahrlässig. Die Forderung der Baubiologen nach Verwendung natürlicher Baustoffe ist also mehr als berechtigt.

Die Ziegelindustrie kann darauf verweisen, dass die von ihr erzeugten Produkte geradezu in idealer Weise allen Anforderungen der Baubiologen entsprechen. Keramische Ziegel schaffen keinerlei Probleme bei der Verarbeitung, entsprechen allen bauphysikalischen Anforderungen hinsichtlich Wärme-, Schall-, Feuchtigkeits- und Brandschutz, sind darüber hinaus diffusionsoffen, geben keine giftigen Dämpfe ab, sind fäulnis- und verrottungssicher und selbst beim Abbruch von Gebäuden nicht umweltbelastend, weil sie weitgehend wieder verwendet werden können. Die Summe dieser Eigenschaften sowie die jahrhundertelange positive Erfahrung mit gebranntem Ton machen den Ziegel auch in baubiologischer Hinsicht zum idealen Baustoff.

Unter dem Begriff Ökobilanz wird eine Methodik verstanden, welche die vorangeführten umweltrelevanten Informationen, die jedoch nur teilweise quantifizierbar sind, zu einer Ergebniszahl zusammenführt. Damit soll dann ein Vergleich unterschiedlicher Produkte oder Systeme leicht möglich sein.

Untersuchungen zeigen, dass einschalige und zweischalige Ziegelwandkonstruktionen, insbesondere wegen Ihrer Langlebigkeit und ihres geringen Instandhaltungsaufwandes empfehlenswert sind. Die in manchen Fällen unkritische Verwendung von neuen Baustoffen und Dämmtechniken lassen hingegen bereits heute Probleme erkennen, die in Zukunft nur mit hohem finanziellem und ökologischem Aufwand gelöst werden können. Demgegenüber wird das Bauen mit Ziegeln selbst dann ökonomische Vorteile aufweisen, wenn sich die umweltbezogenen Kosten verstärkt in den Baustoffpreisen niederschlagen.


Literaturhinweise zum Thema Ziegel Haus

Niedrig-Energie-Haus
Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V. im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V., Bonn
Eine umfassende technische Informationsbroschüre zum Thema Niedrigenergiebauweise mit Ziegeln.

Ökologisches Bauen mit Ziegeln
Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V. im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V., Bonn, Januar 1998
Umfassende Dokumentation der Deutschen Ziegelindustrie zur Ökobilanz Ziegel sowie zu ersten Ansätzen für die Erstellung von Ökobilanzen für ganze Gebäude.

EnEV Energieeinsparverordnung
Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V. , Bonn, Oktober 2007
Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden.

Ausführungssichere und kostengünstige Wärmebrückendetails monolithischer Ziegelgebäude
Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V. im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V., Bonn, 2. Auflage, Februar 2004

Thermopor Brennpunkt – Aktuelles, Tipps, Informationen, Ulm Ausgabe 18, Jahrgang 2007
Informiert über Wissenswertes zum Thema Baustoffe.

Ziegelwand und -bauteile
Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. zusammen mit den Fachverbänden der Ziegelindustrie, Bonn

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